Diese beiden Tools haben fast nichts gemeinsam, außer dass beide eine Form von KI-gestütztem Build-Prozess nutzen. Same.dev ist eine Abkürzung für Frontend-Prototyping - Sie geben eine Website an, und es repliziert das visuelle Design als React-Code. FlutterFlow ist eine visuelle Entwicklungsumgebung, die echte native mobile Apps für die App-Stores kompiliert. Ein direkter Vergleich ergibt nur Sinn, wenn Sie wirklich zwischen einem “schnellen Web-UI-Scaffold” und einer “nativen mobilen App” entscheiden müssen - und wenn das Ihre eigentliche Entscheidung ist, kennen Sie die Antwort wahrscheinlich schon.
Dennoch gibt es Entwickler, die am Ende beide evaluieren - meistens, weil sie noch nicht ganz sicher sind, was sie brauchen, oder weil sie beide Namen in derselben “KI-App-Builder”-Liste gesehen haben. Dieser Vergleich zeigt genau auf, was jedes Tool macht, wo die Schwächen liegen und wann man mit etwas ganz anderem besser bedient wird.
Die Kontrahenten im Überblick
Was ist Same.dev?

Same.dev (nach einem Rebrand jetzt unter same.new erreichbar) ist ein Prototyping-Tool für das Frontend, das visuelle Designs direkt aus einer URL repliziert. Man kopiert einfach eine Website-Adresse in den Editor, und der KI-Agent klont Layout, Farben, Typografie und Struktur in ein React- und Tailwind CSS-Projekt, das anschließend über Text-Prompts angepasst werden kann.
Es handelt sich primär um ein Tool für das Design-Scaffolding. Nützlich, um schnell die optische Form eines UI-Designs zu übernehmen oder einen groben Startpunkt zu generieren, den man dann in eine echte Entwicklungsumgebung überführt.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Primärer Stack | React, Tailwind CSS |
| Interface | URL-Eingabe + konversationsbasierter Prompt-Editor |
| Haupt-Deployment-Ziel | Code-Export in lokale IDE oder Hosting nach Wahl |
| Hauptvorteil | Schnelles visuelles Klonen jeder Live-URL |
Was ist FlutterFlow?

FlutterFlow ist eine visuelle Entwicklungsumgebung, die auf dem Flutter-Framework von Google basiert. Damit lassen sich App-Screens über einen Drag-and-Drop-Widget-Baum designen (der direkt auf Flutter-Containers, Rows, Columns und Stack-Layouts abbildet). Logik wird über einen visuellen Action-Editor hinzugefügt, als Backend dienen Firebase oder Supabase, und am Ende wird das gesamte Projekt in native iOS- und Android-Binärdateien kompiliert.
Es gibt eine KI-Generierungsfunktion (FlutterFlow AI Gen), mit der UI-Screens und Komponenten aus Text-Prompts erstellt werden können, aber im Kern ist die Plattform eine visuelle IDE - kein reines Prompt-to-App-System.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Primärer Stack | Flutter (Dart), Firebase, Supabase |
| Interface | Visueller Drag-and-Drop-Widget-Builder + AI Gen |
| Haupt-Deployment-Ziel | iOS App Store, Google Play Store, Web |
| Hauptvorteil | Native mobile Kompilierung mit vollständigem Dart-Code-Export |
Der entscheidende Unterschied
Same.dev ist ein Generator für Frontend-Skins. Es erstellt visuellen Code schnell und günstig, aber das Ergebnis ist rein kosmetisch - es gibt kein Backend, keine Datenspeicherung und keine Authentifizierungsebene.
FlutterFlow ist eine Plattform für die mobile App-Entwicklung. Die Nutzung erfordert deutlich mehr Zeit und Fachwissen, aber das Ergebnis ist eine vollständig kompilierte, deploybare native App, die direkt auf dem iPhone oder Android-Homescreen eines Nutzers installiert werden kann.
Die Lücke zwischen diesen beiden Tools ist nicht nur eine Frage des Grades - es ist ein kategorischer Unterschied in dem, was sie produzieren. Same.dev liefert eine React-Scaffolding-Datei. FlutterFlow liefert eine produktionsreife App-Binary.
Direkter Vergleich
1. Developer Experience & Iterationsgeschwindigkeit
Same.dev ist für seinen spezifischen Anwendungsfall wirklich extrem schnell. Wenn man eine grobe visuelle Kopie der Landingpage eines Wettbewerbers oder ein schnelles UI-Gerüst für Stakeholder braucht, ist man in wenigen Minuten fertig. Der konversationsbasierte Editor ist unkompliziert und der Token-Verbrauch bei einfachen Aufgaben gering.
Kritisch wird es bei Same.dev, wenn die Komplexität steigt. Nutzer berichten, dass einfache Prompts - wie das Umordnen eines Abschnitts - zu fatalen Code-Verlusten führen können. Ein Trustpilot-Reviewer beschrieb, wie über 1.500 Zeilen funktionierendem Code durch eine einzige Anfrage zum Verschieben eines Abschnitts gelöscht wurden. Die Fork- und Duplizierungsfunktionen, die eigentlich davor schützen sollten, versagen bei größeren Projekten häufig.
Der Iterationszyklus bei FlutterFlow ist standardmäßig langsamer, da die Plattform komplexer ist. Man arbeitet in etwas, das eher einer IDE als einem Chat-Interface ähnelt. Aber Änderungen in FlutterFlow sind präzise - man manipuliert Widget-Eigenschaften direkt, anstatt darauf zu hoffen, dass die KI das Layout korrekt neu generiert. Der Nachteil ist, dass der Editor selbst bei Projekten mit mehr als 12 Screens langsam wird und ruckelt.
2. Code-Qualität & Portabilität
Same.dev exportiert Standard-React und Tailwind CSS. Es gibt keinen proprietären Lock-in auf Code-Ebene. Die Qualität des generierten Codes variiert jedoch stark - komplexe interaktive Layouts führen oft zu unordentlichem oder unvollständigem Tailwind-Code, der von Entwicklern bereinigt werden muss, bevor er in der Produktion eingesetzt werden kann.
FlutterFlow exportiert in den Pro-Plänen den vollständigen Flutter (Dart) Quellcode. Das Ergebnis ist gut strukturiert und entspricht weitgehend dem, was man manuell in Flutter schreiben würde. Entwickler, die beides genutzt haben, bestätigen, dass der generierte Dart-Code tatsächlich Produktionsqualität hat. Allerdings ist der Umzug eines halbfertigen Projekts aus FlutterFlow in eine lokale Flutter-IDE mitten im Prozess ein erheblicher Aufwand.
3. Datenbank- & Backend-Funktionen
Same.dev hat keine Datenbank. Punkt. Es ist ein reines Frontend-Tool. Jede Form der Datenspeicherung, Benutzerauthentifizierung oder Backend-Logik muss komplett außerhalb der Plattform entwickelt und verwaltet werden.
FlutterFlow integriert sich nativ in Firebase (Firestore + Firebase Auth) und Supabase. Datenbank-Schemata, Authentifizierungsflüsse und API-Aufrufe können visuell erstellt werden. Das Backend-Setup ist einer der schwierigsten Teile der FlutterFlow-Lernkurve - Firestore-Sicherheitsregeln und Supabase Row Level Security Policies müssen manuell konfiguriert und geprüft werden. Aber im Vergleich zu Same.dev bietet FlutterFlow zumindest eine Backend-Strategie.
4. Hosting- & Deployment-Optionen
Same.dev-Apps müssen extern gehostet werden. Man exportiert den React-Code und deployt ihn selbst auf Vercel, Netlify oder einem anderen statischen Hosting-Anbieter. Es gibt keine integrierte Deployment-Pipeline.
Der Pro-Plan von FlutterFlow enthält codeless Deployment-Pipelines, die Builds direkt an den Google Play Store und Apple TestFlight/App Store senden. Das ist das Kernversprechen der Plattform. Für das Web kompiliert FlutterFlow zu Flutter Web, das CanvasKit zum Rendering nutzt - das kann zu schweren initialen Ladezeiten führen und Probleme bei der SEO-Indexierung öffentlicher Seiten verursachen.
Preisvergleich
Die Preisgestaltung von Same.dev ist einfach: Der Pro-Plan kostet $10/Monat für 2 Millionen Token. Zusätzliche Token kosten $10 pro 2 Millionen. Für einfache UI-Aufgaben ist das erschwinglich. Nachdem Nutzer die unvorhersehbare Abrechnung kritisiert hatten, stellte die Plattform von reinem Pay-as-you-go auf feste Tarife um, wodurch die Struktur nun planbarer ist.
FlutterFlow Preisstufen:
- Free: Basis-visueller Builder, Firebase-Integration
- Standard: $22/Monat (jährlich) oder $30/Monat - inkl. APK-Downloads, Code-Export, lokaler Run
- Pro: $50/Monat (jährlich) oder $70/Monat - voller Code-Export, Git-Integration, Push-Benachrichtigungen, App Store Deployment
- Teams: $50/Sitz pro Monat - kollaboratives Bauen, gemeinsame Design-Bibliothek
Wenn das Deployment im App Store das Ziel ist, ist mindestens der Pro-Plan erforderlich. Für Teams steigen die Kosten mit der Anzahl der Mitarbeiter.
Use Case Fit: Wann welches Tool nutzen?
Wann man Same.dev wählen sollte
- Du benötigst ein schnelles visuelles Gerüst der UI einer bestehenden Website als Startpunkt für deine lokale IDE.
- Du bist Frontend-Entwickler und möchtest die erste Layout-Arbeit überspringen und direkt auf Basis bestehender Design-Pattern anpassen.
- Dein Projekt ist rein optisch und benötigt kein Backend, keine Authentifizierung und keine persistente Datenspeicherung.
Wann man FlutterFlow wählen sollte
- Dein Ziel ist eine native iOS- oder Android-App mit Distribution über den App Store.
- Du bist mit dem Layout-Modell von Flutter vertraut und kannst dich in einem komplexen visuellen Builder zurechtfinden.
- Du benötigst eine mobile App mit Offline-Funktionalität, Push-Benachrichtigungen oder Zugriff auf die Hardware des Geräts.
Wenn weder Same.dev noch FlutterFlow die richtige Wahl sind
Beide Tools sind sehr spezialisiert. Wenn dein Projekt nicht genau in deren Kernbereich passt, kostet es dich Zeit und Nerven, es in eine der Plattformen zu zwingen.
Für native mobile Apps
Das ist das Revier von FlutterFlow, nicht von Same.dev. Falls dir die Lernkurve bei FlutterFlow zu steil ist, bietet Adalo einen einfacheren Drag-and-drop-Ansatz für mobile Apps. FlutterFlow bleibt jedoch der Industriestandard, wenn du sauberen Dart-Code und ein direktes App Store-Deployment benötigst.
Für interne Tools und Kundenportale
Keines der beiden Tools deckt diese Kategorie gut ab. Same.dev hat kein Backend. FlutterFlow ist für mobile Erlebnisse optimiert, nicht für webbasierte Multi-User-Portale.
Für datenbankgestützte Business-Software - Kundenportale, Intranets, individuelle CRMs, Team-Dashboards - ist Softr die praktischere Wahl. Der AI Co-Builder von Softr generiert eine komplette App mit Datenbank, Seiten, Benutzerrollen und Navigation aus einem einfachen Prompt in natürlicher Sprache. Das Ergebnis kommt bereits mit konfigurierten Authentifizierungen, detaillierten Berechtigungen und Datensicherheit. Nicht-technische Teams können diese Apps warten und erweitern, ohne Entwickler hinzuziehen. Unternehmen wie das MIT haben so eine $100K teure, individuell programmierte App durch ein von einer einzigen Person erstelltes Softr-Portal ersetzt.
Für professionelle Entwicklerumgebungen
Wenn du Entwickler bist und KI-unterstützte Frontend-Arbeit ohne die Einschränkungen eines browserbasierten Tools suchst, integriert sich Cursor direkt in deinen lokalen VS Code-Workflow mit kontextbewusster Bearbeitung über mehrere Dateien hinweg. Für vollständige Cloud-Entwicklungsumgebungen bietet Replit virtuelle Maschinen mit KI-Unterstützung und kollaborativen Features.
Fazit
- Wähle Same.dev, wenn du ein schnelles React-UI-Gerüst basierend auf einem bestehenden Design benötigst und du als Entwickler das Ergebnis selbst bereinigen und erweitern kannst.
- Wähle FlutterFlow, wenn du eine native mobile App für die App Stores baust und die Geduld für die Lernkurve eines Entwicklers mitbringst.
Vergleichstabelle in der Übersicht
| Feature | Same.dev | FlutterFlow |
|---|---|---|
| Build-Paradigma | AI UI cloning + prompt editing | Visueller Widget-Builder + AI Gen |
| Output-Typ | React / Tailwind CSS | Flutter (Dart) - nativ iOS/Android/web |
| Datenbank | Keine (nur extern) | Firebase / Supabase |
| Visuelle Berechtigungen | Keine | Bedingte Logik (manuelle Konfig) |
| Preismodell | Token-basiertes Abo ($10/Mo) | Pläne pro Nutzer ($22-$70/Mo) |
| Wartungsaufwand | Hoch (Entwickler für Backend nötig) | Hoch (Flutter-Kenntnisse nötig) |
| Code-Export | Ja (React / Tailwind) | Ja (Dart, Pro-Plan+) |
| App Store Deployment | Nein | Ja (Pro-Plan) |